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Umfang ca. 400 Seiten, Paperback http://www.traumland-intensivstation.de/ |
Die meisten Beiträge des Kongresses
"Traumland Intensivstation" Veränderte Bewusstseinszustände und Koma - interdisziplinäre Expeditionen f der
Intensivstation befinden sich viele Patientinnen und Patienten in vitalen
Grenzsituationen. Dadurch und durch den therapeutischen Einsatz von
Medikamenten, die das Bewusstsein beeinflussen bzw. verändern, erleben die Betroffenen
ungewohnte seelische Zustände und teilen Wahrnehmungen mit, die den Rahmen
des Bekannten sprengen. Da heute die Behauptung nicht mehr haltbar ist, dass
Menschen im Koma oder ähnlichen Zuständen nichts von ihrer Situation und
ihrer Umgebung wahrnehmen können, sind alle, die auf Intensivstationen
arbeiten, zu neuen Antworten herausgefordert: |
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·
Inwieweit beeinflusst das Erleben der Patientinnen und
Patienten den Überlebensprozess und die Genesung? ·
Gibt es Kommunikationsformen, welche die Heilungschancen eines
Menschen in derartigen Grenzsituationen positiv beeinflussen können? ·
Wie können die verschiedenen ·
Berufsgruppen in ihrem Tun und Zusammenwirken für den
betroffenen Menschen in den unterschiedlichen Dimensionen der körperlichen,
seelischen und spirituellen Unterstützung eine optimale Intensivversorgung erreichen? |
Auswahl aus den Beiträgen: Peter Frör: Reisen und Begegnungen im unbekannten Land I, Sebastian
Elsaesser Reisen und Begegnungen im
unbekannten Land II Renaud van Quekelberghe: Menschliches
Bewusstsein Joachim Faulstich: Schamanen,
Mönche, Lamas Ina Schmied-Knittel: Nahtod-Erfahrungen Matthias Varga von Kibéd An der Grenze - zwischen den Welten Logische und anthropologische
Betrachtungen Farah Lenser / Heiner Benking, s.u. |
Der Offene Raum: Kreativität
durch Dialog
Ein Beitrag von Farah Lenser und Heiner Benking
³Die Form des freien Dialogs kann sehr gut eine
der effektivsten Möglichkeiten sein,
die Krisen zu untersuchen, denen sich die
Gesellschaft gegenübersieht.
Mehr noch, es könnte sich herausstellen,
dass diese Form des Austauschs von Ideen und
Information von fundamentaler Bedeutung ist,
um Kultur so zu verändern, dass Kreativität
freigesetzt werden kann.
David Bohm[1]
Konferenzformen und Gesprächskultur
Der
interdisziplinäre Diskurs und der multiprofessionelle Austausch werden nicht
nur bei Konferenzen und Symposien, sondern auch generell in den Mittelpunkt
wissenschaftlicher Forschung gestellt.
In der
Regel werden Konferenzen durch einige Experten[2]
vorbereitet, ein "call for papers" versucht die relevanten Stimmen für
ein bestimmtes Thema einzuladen und davon ausgehend werden die Programmthemen
sorgfältig ausgewählt.
Ein ganz
anderer Ansatz setzt auf das Prinzip der Selbstorganisation, wobei die Organisatoren
einer Konferenz’ ’nur noch¹ damit beschäftigt sind, den Rahmen und die Bedingungen
für eine solche Konferenz zu sichern. Eine Form dieses selbst organisierten Settings
ist der seit geraumer Zeit sehr in Mode gekommene Open Space, eine Methode, die von dem Organisationsberater
Harrison Owen initiiert wurde.
Dabei
werden alle Teilnehmenden zu einem übergeordneten Thema eingeladen, das sie
alle betrifft und/oder mit dem sie sich wissenschaftlich auseinander setzen. Zu
Beginn der Konferenz werden alle in einem großem Kreis zusammenführt, um ihre
jeweils spezifischen Themen und Fragen zu formulieren und die anderen
Teilnehmerinnen einzuladen, mit ihnen daran zu arbeiten.
Der
Kreis als verbindendes Element
Das
Zusammenkommen im Kreis ist dabei konstitutives Element und inspiriert von der
Praxis traditioneller Kulturen, die auf diese Weise sicherstellen wollen, dass
jede Person unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung ihren Teil zu
einer Problemlösung einbringen kann.[3]
Man
vermutet vielleicht, dass ein solcher Kreis auf eine kleine Anzahl von Menschen
beschränkt sein müsse. Tatsächlich wurden solche Open Spaces aber bereits mit bis zu 2000
Menschen durchgeführt und bei einer Koppelung mit moderner Technologie könnte
ein realer Open Space, der in New York stattfindet mit einem, der in Tokio und einem
weiteren, der in Stockholm stattfindet virtuell verbunden werden.
Die organisatorische Herausforderung wächst natürlich mit der Teilnehmerzahl einer solchen Konferenz; die inhaltliche Gestaltung jedoch liegt ganz in der Hand derjenigen, die sich dafür engagieren wollen.
Systemische
Grundlagen
Die
Befürworter von sich selbst organisierenden Prozessen berufen sich dabei auf Theorien
des Biologen Stewart Kauffman oder auch auf die Erkenntnisse von Systemforschern
wie Heinz von Foerster.
Stewart
Kauffmann hat für den Bereich der Biologie entdeckt, dass molekulare Systeme,
die sich am Rande des Chaos bewegen, unter bestimmten Bedingungen selbst
organisierend Ordnung erzeugen können. Einige dieser Bedingungen sind z.B. eine
sichere Umgebung, eine hohe Komplexität von unterschiedlichen Elementen, sowie
ein großes Potential von Komplexität in Bezug auf ihre mögliche innere
Beziehung und eine Bewegung hin zur Verbesserung des Status Quo[4]
Harrison
Owen, der in den 80er Jahren damit begann, Konferenzen wie große Kaffeepausen
zu organisieren, nachdem er nach Kongressen oft das Feedback bekommen hatte,
dass in den Pausen die eigentliche Synergie und Kreativität aller Teilnehmenden
zum Ausdruck gekommen sei, machte dabei erstaunliche Beobachtungen. Wenn er nämlich
Menschen einlud, gemeinsam an einem sie bewegenden Problem zu arbeiten und dabei
bestimmte Grundsätze beachtete, die an oben genannte Bedingungen für molekulare
Prozesse erinnerten, dann kam auch dort dieser Prozess der Selbstorganisation
zum Tragen und er erkannte darin die Kraftentfaltung lernender Systemen.
Seiner
Ansicht nach ist es dabei wichtig, dass alle Teilnehmenden im Kreis zusammenkommen,
da er diesen als natürliches Kommunikationsprinzip ansieht.
“Sobald
Leute in einem Kreis zusammen sitzen, werden sie miteinander reden; zum Teil
weil sie sich nicht ausweichen können, aber auch weil der Kreis keinen Anfang
und kein Ende hat. Es gibt kein oben, kein unten, es gibt keine Hierarchie und
jeder ist mit jedem auf gleicher Augenhöhe.³[5]
Open
Space Prinzipien
Die
Grundsätze, von denen er selbst sagt, dass er sie wieder entdeckt habe, da er
sie als konstitutiv für die menschliche Kommunikation ansieht, formuliert er
folgendermaßen:
-
Diejenigen,
die da sind, sind genau die Richtigen.
-
Was
auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen kann.
-
Es
fängt an, wenn die Zeit reif ist.
-
Vorbei
ist vorbei.
Dabei gibt
es im Unterschied zu anderen Gruppenveranstaltungen - eine Besonderheit,
nämlich das Gesetz der zwei Füße: sobald ich das Gefühl habe, zu dem Thema
einer Gruppe nichts mehr beitragen zu können oder zu wollen, ehre ich die
Gruppe mit meiner Abwesenheit und begebe mich entweder zu einer anderen Gruppe,
setze mich ins Cafe oder mache einfach irgendwo eine Pause. Dieses Gesetz setzt
zwei Erscheinungen frei, nämlich die ’Hummel¹ und den ’Schmetterling¹. Während
die Hummel emsig von Gruppe zu Gruppe fliegt und irgendwo eine gute Idee
aufschnappt, die sie in der nächsten Gruppe wie einen Pollen fallen lässt,
sorgt der Schmetterling mit seinem einfachen nicht auf ein offensichtliches
Ziel hin gerichtetem Dasein für den freien Raum, im dem das Neue, nicht
Erwartete geschehen kann, indem er allein im Cafe sitzend andere anzieht oder
beim Spaziergang im Park auf einen Gesprächspartner trifft.
Deshalb
heißt es auch:
Mit
Überraschungen ist zu rechnen!
Konventioneller
Rahmen oder Offener Raum
Ein
solches Vorgehen steht natürlich im krassen Gegensatz zur konventionellen Art
und Weise eine Konferenz zu organisieren, wo eingeladene Redner ausgewählt und
die Themen sorgfältig ausgesucht werden. Diese Vorgehensweise hat sicher seine
Vorzüge und verlangt nach einem kompetenten und fachlich versierten
Vorbereitungsteam, das mögliche Themen und Problemstellungen nach dem letzten
Stand der Wissenschaften und des Interesses auswählt. Eingeladene Referenten
sind Experten für die jeweiligen Themen und bereiten sich darauf vor, den
Teilnehmerinnen und Kolleginnen ihre Gedanken und Ideen zu präsentieren. Die
Vorstellung anerkannte Wissenschaftler und Experten zu einem Open Space einzuladen, wo sie als einer von
250 Teilnehmenden in einem offenen Kreis ihre Ideen dem Publikum präsentieren,
um sie einzuladen, in einer kleinen Gruppe parallel zu vielen anderen kleinen
Gruppen mit ihnen daran zu arbeiten, ohne dass große Auditorium für sich allein
in Anspruch nehmen zu können, erscheint erst einmal befremdlich zu sein.
Auf der
anderen Seite scheint der alte Stil von Konferenzen mit langen Monologen oder
zeitlich streng moderierten Podiumsdiskussionen oft nicht mehr gefragt zu sein.
Hinzu kommt, dass geplante Diskussionen mit dem Auditorium nach Fachvorträgen
oft zu kurz kommen, weil entweder Redner kein Ende finden oder der Ablauf auf
Grund der Fülle der Themenbeiträge von vornherein zu knapp geplant war. Oft
halten Referentinnen nach der ersten Frage den nächsten Vortrag oder jemand aus
dem Publikum benutzt die Möglichkeit eine Frage zu stellen zu einem Koreferat.
Die übliche Art von Organisatoren auf dieses Problem zu reagieren ist, die
meist ohnehin knapp eingeplanten Pausen noch weiter zu verkürzen, was oft
Teilnehmer und Referentinnen unter einen zeitlichen Stress setzt, der sich
kontraproduktiv auf das gesamte Geschehen auswirkt.
Freier
Dialog
So
entwickelt sich meist kein inter- oder transdisziplinärer Diskurs oder gar ein
Dialog im Sinne des Philosophen und Quantenphysikers David Bohm, sondern eher
ein Kampf um die Redezeit und um das Mikrophon.
Wenn David
Bohm[6]
, der in den 50er Jahren begann mit Dialoggruppen zu experimentieren, von einem
freien Dialog spricht, meint er damit die Befreiung des Denkens und des Diskurses
von jeglichem Tabu, da jede künstliche Begrenzung eines Problems seiner Meinung
nach Lösungen verhindert. Bei seiner Beschreibung eines echten Dialoges bezieht er sich auf den griechischen Ursprung des Wortes
³Dialogos³, bei dem ³Logos³ das “Wort³ und ³dia³ “durch³ bedeutet (und nicht
etwa zwei wie manche unbedacht annehmen). Durch diese Etymologie des Wortes
Dialog entsteht für ihn die Vorstellung eines Bedeutungsstromes, der durch uns
und zwischen uns fließt ein Bedeutungsstrom, der die ganze Gruppe umfasst und
der in ein neues kreatives Verstehen einmünden kann, wenn wir dafür den Raum
öffnen, in dem es sich manifestieren kann.
Martin
Buber[7]
beschreibt in seinem Buch ³Das
dialogische Prinzip³ die Merkmale eines echten Dialoges auf eine ähnliche
Weise, wenn er die Hinwendung zum Gesprächspartner in seiner personenhaften
Existenz betont, die zwar eine Akzeptanz, aber keine Billigung seiner Ansichten
und Absichten beinhaltet. Zum Gespräch gehört für Buber auch die Bereitschaft,
sich selbst mit allem einzubringen, was man zu dem besprochenen Gegenstand im
Sinn hat. Diese Rückhaltlosigkeit sei aber das genaue Gegenteil des Drauflosredens,
denn wichtig sei vor allen Dingen die Überwindung des Scheins, d.h. sich nicht
in Szene setzen zu wollen oder nur auf Wirkung bedacht sein.
³Weil das echte Gespräch eine
ontologische Sphäre ist,
die sich durch die Authentizität
des Seins konstituiert,
kann jeder Einbruch des Scheins es
versehren.³
Martin Buber, Das dialogische Prinzip[8]
Auch
Martin Buber betont ähnlich wie David Bohm die aktive Rolle der Zuhörenden
im Gespräch, denn auch wenn nicht alle zu einem echten Gespräch Vereinten
selber sprechen, so könnten doch schweigsam bleibende mitunter besonders
wichtig werden. Als ein Problem betrachtet er es jedoch, wenn man auch nur
einen geringen Teil der Anwesenden absichtlich nicht zu Wort kommen lasse, denn
³eine als Hörstück vorgeführte Unterredung ist von einem echten Gespräch
brückenlos geschieden.³[9]
Im
Gegensatz zu den Gepflogenheiten
moderierter Podiumsdiskussionen betont er, dass man ein echtes Gespräch
nicht vordisponieren kann. ³Es hat zwar seine Grundordnung von Anbeginn in
sich, aber nichts kann angeordnet werden, der Gang ist des Geistes, und mancher
entdeckt, was er zu sagen hätte, nicht eher, als da er den Ruf des Geistes
vernimmt.³[10] Wir
verstehen hier, dass wir neben der intellektuellen Erkenntnis auch unser
intuitives Erkennen und Mitfühlen kultivieren sollten und uns auch auf
Widersprüche und Unvereinbarkeiten einlassen müssen, um vielleicht in den
Mustern Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zu erkennen, die uns helfen -
co-kreativ und Überraschungen einladend - scheinbar Unvereinbares doch noch
innerhalb eines Kontextes einzubeziehen oder aushalten zu können.
Spirit
und Flow
Auch
Harrison Owen entdeckte in seinen Open Spaces das Auftauchen eines spirit, der auf eine geistige
Dimension verweist, aber auch in Phänomenen auftaucht, die wir eher pragmatisch
als Teamgeist bezeichnen.
“Nach
einem open space sagen Leute oft: ’es war inspirierend¹. Nun Inspiration
bedeutet buchstäblich: be-geist-ern. Der Geist ist da, es ist nicht so, dass du
den Geist hineinbringst, der Geist ist präsent und du räumst einfach ein paar
Hindernisse beiseite, die ihn hindern könnten sich zu zeigen³.[11]
Der
Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi untersuchte seit den 70er Jahren die
Konzentrationsfähigkeit bei Künstlern und anderer kreativer Menschen, die
während ihrer Arbeit ganz in ihrem Tun aufgehen und prägte dafür den Begriff Flow[12], der seiner Ansicht nach
wesentlich mit dem Gefühl der Freude verbunden ist, die sich dabei einstellt.
Ein
Phänomen, von dem auch Teilnehmende an einem Open Space immer wieder begeistert
berichten, denn alles, was selbstorganisierend geschieht, wird initiiert von
dem Engagement jeder einzelnen.
Für die Belebung von Gesprächs- und Dialogkultur[13]
erscheint es uns wichtig, die Rituale der Kommunikation neu zu bewerten und
wieder zu entdecken. Dabei können wir sicher auf der einen Seite von
indigenen Völkern lernen, die eine partizipative Kommunikationsstruktur einer
hierarchischen vorziehen und auf der anderen Seite von den Erkenntnissen der Systemtheorie
profitieren, die zeigt, dass Menschen unterschiedliche Perspektiven
wahrnehmen und wertschätzen können, besonders wenn sie mit anderen in einen
Dialog treten, der wie auch der Philosoph Jürgen Habermas betonte, nach einer
“ideale(n) Redesituation³[14]
verlangt, nach einem “Raum³ in dem sich die Teilnehmer frei, offen und
vertrauensvoll ausdrücken können.
Verbindung
traditioneller Formen mit modernen Elementen
Zu der 47.
jährlichen Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Systemwissenschaften[15]
wurden auch Vertreter traditioneller Kulturen wie die Maoris aus Neuseeland und
³Native Americans³ eingeladen, um mit diesen gemeinsam traditionelle Methoden
der sozialen Verständigung mit modernen Methoden der Kommunikation zu
verbinden. So hat die Gruppe AIO
(Americans for Indian Opportunity)[16],
initiiert von LaDonna Harris einen ILIS (Indigenous Leadership Interactive
System) Dialog entwickelt, der sich an den traditionellen indigenen Werten wie
Beziehung, Verantwortung, Gegenseitigkeit und Umverteilung orientiert. Gleichzeitig
wurden Elemente computer-gestützter Methoden der Entscheidungs- und Konsensfindung,
die auf der Arbeit von Christakis[17]
aufbauen, miteinbezogen, aber auch dahingehend verändert oder erweitert, indem
das traditionelle Zusammensitzen im Kreis als ein
konstitutives Element der Konsens- und Entscheidungsfindung bestehen bleibt.
Auch
der Priester, Menschenrechtsaktivist und Organisationsberater Harrison Owen,
der mit dem Open Space das Symbol des Kreises wieder neu belebt hat, wurde zu
dieser Idee von seinen nachhaltigen Eindrücken und Erfahrungen mit anderen
Kulturen während seiner langjährigen Arbeit für das Peace Corps in Afrika inspiriert.
Kombinationen verschiedener Modelle der
Kommunikation
Zwischen den beiden vorgestellten Extremen, auf der einen Seite eine Konferenz zu organisieren, die nur geladenen Rednern ein Rederecht einräumt und eines sich selbst organisierenden Open Space gibt es viele Möglichkeiten die Partizipation aller Teilnehmenden an einer Konferenz zu fördern, um einen wirklichen Dialog und transdisziplinären Diskurs in Gang zu setzen.
Dazu
gehören nicht nur die üblichen Ice Breaker Parties und andere eine
Konferenz begleitenden social programs. Mittlerweile wurden viele Ansätze und
Möglichkeiten entwickelt mit Ritualen[18]
oder auch künstlerischen Elementen[19]
Konferenzen anders zu gestalten, um eine mit allen Sinnen erfahrbare
Partizipation möglich zu machen.
Dazu
gehört auch die von den beiden Autoren entwickelte Idee eines Magic Round
Table¹s
oder eines Rundgespräches, das auf dem Prinzip beruht, die Vorstellung einer
passiven Zuhörerin und eines aktiven Redners zu hinterfragen und durch die
Visualisierung von Redezeit die Möglichkeit zu schaffen diese in Zuhörzeit
umzuwandeln, indem man sie verschenkt.[20]
und damit auch im Sinne von Heinz Foerster an das hermeneutische Prinzip vom
Hörer und vom Sprecher zu erinnern: “Der Hörer, nicht der Sprecher, bestimmt die Bedeutung einer
Aussage.³[21]
Das
Gespräch ein Tanz: mal führt der eine, mal der andere
Sicher
kann das offene Format eines Open Space¹s nicht für jede Konferenz angebracht
sein, doch wir sollten das Bedürfnis der Teilnehmerinnen nach informeller
Begegnung ernst nehmen und altherbrachte Traditionen Konferenzen zu
organisieren in Frage stellen, indem wir entsprechend den Bedürfnissen und
Erwartungen einen idealen Weg für jede spezifische Veranstaltung suchen.[22]
Dabei hilft es vielleicht auch, die spielerische Komponente und die Freude an
der Begegnung mit anderen in den Mittelpunkt zu stellen. Wie formuliert es der
Systemwissenschaftler Heinz von Foerster so schön: “Ich lade meine Partner im
Gespräch ein...das ist ein Spiel, in das wir eintreten. Im Tanz führt einmal
der eine, einmal der andere. Die Musik ist da sie tanzen.³[23]
[1] Bohm, David, On Dialogue, Routledge, London und New York, 1996, On Dialogue (Übersetzung Farah Lenser)
[2] Wir verwenden abwechselnd die männliche oder die weibliche
Form, da uns die Suche nach einer neutralen Form oder die weiblich/männliche
Doppelnennung oft zu gestelzt vorkommt.
[3] Manitonquat (Medicine Story), The Circle Way by Story Stone
Publ., Greenville 1997;The Ceremonial Circle by S.Cahill & J. Halpern SF,
Harper & Row 1990. Online: http://www.circleway.org/circle_way_prologue.htm
[4] Kauffman, Stewart, AT HOME IN THE UNIVERSE, Oxford Univ. Press,
1995
[5] Lenser, Farah, Interview mit Harrison Owen, Teil 1: “Open
Spaces, kein oben, kein unten³, in einseitig.info: http://www.einseitig.info/html/content.php?txtid=369
Teil 2: “Open Spaces und die Kraftentfaltung lernender Systeme³: Online: http://einseitig.info/html/content.php?txtid=376
[6] Bohm, David, On Dialogue, Routledge, London und New York,
1996, Online: http://www.david-bohm.net/dialogue/ und http://www.laetusinpraesens.org/links/webdial.php
[7] Buber, Martin, Das dialogische Prinzip, Gütersloher
Verlagshaus, Gütersloh, 2002; Martin Buber Philosoph des Dialogs, http://www.inidia.de/buber.htm
[8] Buber Martin, Das dialogische Prinzip, a.a.O./ S.295
[9] ebenda, S.297
[10] ebenda, S.296
[11] Lenser, Farah, Interview mit
Harrison Owen, a.a.O. / siehe dazu auch: Owen, Harrison, The Power of Spirit,
How Organisations Transform, Berrett-Koehler Publishers, San Francisco, 2000
[12]
Csikszentmihalyi, Mihaly, Das
flow-Erlebnis Jenseits von Angst und Langeweile: Im Tun aufgehen,
Stuttgart:Klett-Kotta 1987
[13] Lenser, Farah; Benking, Heiner,
Gesprächskultur und Runde Tische, http://www.open-forum.de/Gespraechskultur.htm
[14] Habermas Jürgen, Erkenntnis und Interesse, Frankfurt a.M. 1968 siehe auch: Theorie des kommunikativen Handelns (Bd.1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft), Frankfurt a.M. 1981
[15] CONSCIOUS EVOLUTION OF HUMANITY: USING
SYSTEMS THINKING TO CONSTRUCT AGORAS OF THE GLOBAL VILLAGE, The 47th Annual
Meeting of the International Society for the Systems Sciences (ISSS), Kreta
2003, CONSCIOUS EVOLUTION OF HUMANITY: USING
SYSTEMS THINKING TO CONSTRUCT AGORAS OF THE GLOBAL VILLAGE, The 47th Annual
Meeting of the International Society for the Systems Sciences (ISSS), Kreta
2003, http://www.isss.org/conferences/crete2003/,
siehe auch: TOWARDS A NEW COVENANT:EMBRACING A DIALOGUE AND DECISION CULTURE TO
ADDRESS THE CHALLENGES OF THE AGORAS OF THE 21ST CENTURY, IN: Using Systems
Thinking to Construct Agoras of the Global Village: World Futures: The Journal of General Evolution,
Taylor & Francis, Vol.60. 1-2, Jan 2004
[16] Americans for Indian Opportunity
(AIO). Available at http://www.aio.org
and Advancement of Maori Opportunity (AMO) http://www.arno.co.nz, jointly sponsored by
Wisdom of the People Forum (WOPF)
[17] Christakis, Aleco, A People
Science: The CogniScope Systems Approach, 1996 und Christakis, A., The Dialogue
Game, Paoli, Pennsylvania: CWA Ltd. Available at http://www.cwaltd.com,
und How People Harness Their Collective Wisdom and Power to Create the Future
to construct the Future in Co-Laboratories of Democracy, 2006, http://www.cwaltd.com/q83.html
[18] Weber, Susanne Maria, Rituale der
Transformation, Großgruppenverfahren als pädagogisches Wissen am Markt,
VS-Verlag Wiesbaden 2005
[19] siehe dazu: die SemiNarren, unternehmen¹s Beratung! http://www.seminarren.at
[20] Cultivating Dialogue with Magic
Round Tables, Team 1, New Agoras for the 21st Century: Conscious
Self-Guided Evolution, http://open-forum.de/agora-fuschl-lenser-benking.htm
Twelfth IFSR-Fuschl Conversations 2004, IFSR, http://go.just.to/fuschl und TRANS Nr. 15: 8.3. Dialog und Lernen,
Gesprächs- und Entscheidungskultur: Der Beitrag: "Gesprächs-
und Entscheidungskultur: Rundgespräche und Vereinbarungen als Elemente einer
wünschenswerten, zukünftigen Zivilgesellschaft", http://benking.de/INST/TUAC/08_3inhalt.htm,
und Alternatives for Marrying Lectures, Sessions, and Tracks with an Open
Format Dialogue Culture, Proposing additional Time-Credit-Based Dialogues
(Open-Forum Magic Round-Tables) for intensive conversations at scientific,
social, or political gatherings, ICSU-CODATA, Berlin 2005, http://open-forum.de/ISGI_open-format.htm
[21] Heinz von Foerster, Der Anfang von
Himmel und Erde hat keinen Namen, Kulturverlag Kadmos, Berlin 20
[22] Wie z.B. bei einer Konferenz der
Systemswissenschaftler mit dem Titel “100 Jahre Bertalanffy³ in Wien, 2001, http://open-forum.de/Dialogue_toward_Unity_in_Diversity.htm,
wo neben den Fachbeiträgen ein offener, aber geordneter Dialog helfen konnte,
ein produktives Gegengewicht zu einer Fülle von Expertisen zu schaffen und
damit eine Neue Qualität des wissenschaftlichen Austausches zu erzeugen. http://www.open-forum.de/re-invent-democracy2001.html
oder bei Grossveranstaltungen wie der Sommeruniversität in Berlin1995, die sich
über einen Zeitraum von einem Monat erstreckte und mehr als 1000 Teilnehmenden
umfasste, wo die Autoren parallel zum Vortragsprogramm nicht nur einen Raum für
Rundgespräche gestalteten, aus dem heraus sich ein von den Teilnehmenden selbst
entwickeltes zusätzliches Vortragsprogramm ergab, sondern wo sich Teilnehmende
auch mit Hilfe eines Konferenz - Newsletters als Teilnehmer-Mitteilungsblatt
(DaZiBao) mitteilen und austauschen konnten. http://habitat.igc.org/people/